Vorteile

  • In der Mediation geht es um die Interessen und Bedürfnisse, die hinter den einzelnen Konfliktpunkten stehen. Interessen und Bedürfnisse beider Konfliktparteien sollen beachtet werden und in die Lösung einbezogen werden, so dass nicht die eine Partei Sieger, die andere Verlierer ist. Jeder soll also gewinnen.
  • Folglich geht jeder ohne Imageverlust aus der Verhandlung und kann sich auch in Zukunft besser begegnen, keiner muss sich vor dem anderen schämen oder Rachegedanken hegen. Die Zukunft zu einer gegenseitigen Behandlung mit Respekt ist vorbereitet.
  • Die Lösung des Konflikts ist in der Regel bei der Mediation dauerhaft, weil sie von den Betroffenen selbst gefunden wurde und nicht von einem autoritären Dritten befohlen wurde.
  • Durch die Vertraulichkeit einer Mediation bleiben Konflikt und die Verhandlungen darüber im Bereich der Betroffenen, die Öffentlichkeit wird nicht mit einbezogen.
  • Es kann relativ schnell eine Lösung gefunden werden, da es keine Wartezeiten gibt weder für Terminvereinbarung noch für Umsetzung der Vereinbarungen.
  • Die gefundene Lösung wird in einer Abschlussvereinbarung fixiert und damit verbindlich für alle Beteiligten.
  • Wenn ein Konflikt in einer Mediation gelöst wird, sind die Parteien in der Regel zufriedener, als wenn er vor Gericht ausgetragen wird. Ein Richter kann nur auf Grund der Rechtslage, die sich ihm erschließt, ein Urteil fällen. Darin sind keine persönliche Interessen, Bedürfnisse einbezogen. Erfahrungsgemäß sind deshalb die meisten Parteien mit dem Urteil unzufrieden und gehen in die nächste Instanz, weil das, was sie wirklich wollen, nicht berücksichtigt wird. Der Gerichtsweg ist teuer, Mediation führt meist zu einer kostengünstigeren Lösung des Problems.
  • Nachteile der Gerichtsverfahren argumentieren zusätzlich für die Einschaltung eines Mediationsverfahrens. Konflikte in der Nachbarschaft werden von Anwälten auf Grund der meist geringen Streitwerte ungern angenommen, meist auch nicht zur Zufriedenheit der Beteiligten gelöst, wie aus den allgemeinen Ausführungen zur Mediation hervor geht.
  • Bei den familienrechtlichen Auseinandersetzungen ist der Streitwert dagegen besonders hoch, eine gerichtliche Auseinandersetzung zieht - zu dem voraussichtlich unbefriedigenden Ergebnis - auch deutlich höhere Kosten nach sich. Ein Synergie-Effekt kann dann erzielt werden, wenn die Beteiligten als „Problemlösegemeinschaft“ agieren, die gemeinsam Lösungsmöglichkeiten sucht, die die Interessen aller Beteiligten am besten berücksichtigt.
  • Eine große Unsicherheit bei Gerichtsverhandlungen ist die Unwägbarkeit der richterlichen Entscheidungen. Hierfür gibt es mehrere Gründe. Zum einen werden in der Gerichtsverhandlung Ansprüche gestellt, die materiell wohl begründet sein können, auf Grund von Verfahrenshindernissen aber nicht zugesprochen werden können. Es kann sein, dass die Beweislast nicht hinreichend erfüllt werden kann. Es kann sein, dass der Richter die Tatbestandsmerkmale nicht als gegeben betrachtet, obwohl es für den Laien auf der Hand liegt, dass es so wäre. Auf weiter gehende Gründe soll hier nicht eingegangen werden.
  • Gerade in Beziehungen von besonderer emotionaler oder örtlicher Nähe ist die Streitbeilegung in einem Mediationsverfahren besonders sinnvoll. Die psychische Belastung ist besonders groß auf Grund der emotionalen bzw. lokalen Nähe. Deshalb ist gerade hier eine Lösung, die zur Zufriedenheit aller ausfällt, besonders wichtig.
  • Bei der Mediation in Familienangelegenheiten ist besonders zu berücksichtigen, dass Konflikte bei Trennung und Scheidung in die Lebensgrundlage der Betroffenen eingreifen. Im Falle einer Scheidung bleiben die Beteiligten immer noch Eltern der Kinder – ein würdiges Eltern-Sein kann vielleicht nicht ausschließlich, zumindest aber besser nach einem ehrlichen Konsens gelebt werden, wenn sich die Elternteile aufgrund von richterlichen Entscheidung oder anwaltlichen Vereinbarungen nicht verstanden oder – schlimmer – als Verlierer fühlen. Entscheidungen anderer – Delegation der Entscheidung – über so existentielle Fragen empfinden fast alle Betroffenen nicht als Lösung. Die Zukunftsorientierung der Mediation und das Verständnis, das bei der Mediation für die andere Partei eröffnet wird, machen die Familienmediation zu einem besonders geeigneten Boden der Mediation.